„Nett, sympatisch, nahbar und vor allem authentisch“ – das waren die Meinungen von Golf-Journalisten und Golf-Lehrern der PGA of Germany nach dem zweitätigen Besuch des englischen „Golf-Professors“ David Leadbetter, 58, der erstmals in seiner Dependance im Golfclub München-Valley lehrte.
Selbst „gestandene“ Golf-Insider waren positiv überrascht, wie angenehm der weltweit als bester Golflehrer anerkannte Brite mit Wohnsitz in Florida und Eigner von 28 Leadbetter-Dependancen in 13 Ländern auftrat: Zuerst mit einer Privatgruppe von Aufsichtsräten und Botschaftern, dann vor den Medien, denen er keine Frage unbeantwortet ließ und schließlich vor den Teaching Pros der deutschen PGA. Leadbetter: „Am meisten hat mir ehrlich gesagt der sensationelle Platz in Valley überrascht. Ein echter Championsship-Kurs. Und die Fairways und Grüns suchen in Europa ihresgleichen!“ Er muß es wissen – den Leadbetter „tourt“ den ganze Sommer über durch Europa, war schon einen Tag nach Valley wieder in Stockholm.
Bevor er den Valley-Mitgliedern Lena Weichselgartner, Ramona Zauner und Jungprofi Constantin Schwierz vor versammelter Journalistenrunde noch geduldig und fachlich Praxis-Tipps für ihren Golfschwung gab, stellte er sich der versammelten Creme de la creme der Golf-Medien (u.a. Golftime, Golf aktuell, Golf de etc.). Interessant: Leadbetter hält z.B. den Schwung von Tiger Woods nicht unbedingt für attraktiv: “Davon mal abgesehen, dass er derzeit wohl andere Probleme hat, wirkt sein Schwung eher künstlich und nicht natürlich. Ich halte den Golfschwung von Ernie Els immer für einen der attraktivsten. Aber hier in Deutschland, wo ich einen großen kommenden Markt sehe, wachsen nach meinem Freund und ehemaligen Schüler Bernhard Langer und nach Auskunft meines Deutschland-Repräsentanten Paul Dyer auch tolle Talente heran. Martin Kaymer hat ja schon der ganzen Golf-Welt gezeigt, was er kann.“
Die Frage, ob Tiger Woods seine Position als Branchenführer halten kann, verneinte Leadbetter: „Ich glaube, es wir nie mehr einen Profi geben, der über 260 Wochen die Nummer eins-Position hält, sondern es werden sich immer wieder verschiedene Spieler wechselnd nach oben spielen. Und das ist gut für den Golfsport – vor allem nicht so langweilig!“
Der Pionier des Golflehrens gibt nach 40 Jahren Lehrtätigkeit zu: „Die Technik hat uns Golflehrern enorm geholfen. Wenn ich mir vorstelle, welch schlechte Qualität die früheren Videokameras noch hatten und welche Hightech-Technologien uns heute helfen – seien es Laser, Ultraschall oder Highspeed-Kameras – dann hilft es nicht nur uns Lehrern, sondern ist vor allem den Schülern.“
Leadbetter überraschte die Golf-Journaille in Valley auch mit seiner Meinung, dass „Europa im Golfen größere Fortschritte als Amerika“ macht und „bald aufgeholt hat, wenn es noch mehr öffentliche Golfanlagen gäbe“, dass Golf in Deutschland zum „führenden Freizeitsport werden kann“ und dass die Aufnahme von Golf im olympischen Programm 2016 „unseren Sport noch weit nach vorne bringen wird. Vor allem in China und Indien.“ck





